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Team Flipper stellt Weltrekord auf

Schwimmschule Flipper - Stiftung Deutschland Schwimmt - Weltrekord Gardasee Durchquerung

Alexander Gallitz aus Burgthann und sein Team durchschwimmen den Gardasee von Nord nach Süd

Burgthann
Ende September hat ein fünfköpfiges Team um den Burgthanner Alexander Gallitz den Gardasee komplett durchschwommen – als erstes Team der Welt. Damit wollen sie auf die Stiftung Deutschland Schwimmt aufmerksam machen, die Schwimmunterricht für Menschen mit Behinderung fördert.

Um 6.30 Uhr eröffnete Extremschwimmerin Mirjam Schall die Staffel in Riva, im Norden des Gardasees. Das anvisierte Ziel: der Süden des Sees mit dem weit entfernten Peschiera del Garda, und natürlich das Aufstellen eines Weltrekordes. Mit im Team waren neben Alexander Galitz, Hauptsponsor der Staffel, die Schwimmer Mirjam Schall, Marcus Schattner, Lunel van der Merwe und Daniel König aus der Triathlonabteilung TSG 08 Roth. Die Einheiten der einzelnen Etappen dauerten zwischen 20 und 30 Minuten, zum Wechsel klatschten sich die Sportler ab. Das Begleitboot fuhr stets nebenher, dort pausierten die Schwimmer zwischen ihren Etappen. Es wurde getrunken, gegessen und geplaudert – sogar eine Kaffeemaschine war mit an Bord. Am Ende des Tages legten die Ausdauerathleten auf diese Weise insgesamt eine Strecke von 53 Kilometern zurück, bei einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 3,17 km/h und einer Dauer von 16 Stunden und 42 Minuten. Und das alles ohne Neoprenanzug, denn um einen Weltrekord aufzustellen muss man nach FINA-Regeln schwimmen. Diese besagen, dass sowohl jegliche Schwimmausrüstung als auch das Festhalten an Objekten oder der Hilfe beim Land gehen untersagt sind. Zusammen mit Mirjam Schall, die mehrere Weltrekorde realisiert hat, kam Gallitz bereits vor zwei Jahren auf die Idee, den Gardasee als erste Mannschaft der Welt längs zu durchschwimmen. Geplant war Pfingsten 2017, zu diesem Zeitpunkt waren die Wassertemperaturen jedoch zu niedrig, auch Ende Juli macht der Regen dem Team dann einen Strich durch die Rechnung. Ende September war demnach der letzte mögliche Termin bevor der Herbst einbricht.

See galt als unbezwingbar
Aufgrund der unvorhersehbaren Wetterbedingungen am Gardasee hatte sich bis dato noch kein Team an dieses Projekt gewagt. Der frische Nordwind „Vento“ als auch der warme Südwind „Ora“ sorgen dafür, dass die Strömungen im Wasser oft plötzlich sehr stark werden können. In einem solchen Fall wird der Marathon abgebrochen. „Man muss Glück haben“, meint Alexander Gallitz. Wegen einer plötzlichen Gegenströmung mussten sich die Schwimmer auf Höhe von Punta San Vigilio in der unteren Hälfte des Sees anstatt alle 30 Minuten im Viertelstundentakt abwechseln – an dieser schwierigen Stelle hat das Team für einen Kilometer eine Stunde gebraucht. Doch auch von diesem anstrengenden Teil ließen sich die Schwimmer nicht einschüchtern. Laut Schall war die Kälte die größte Herausforderung. Am Morgen hatte die Luft lediglich 14 Grad, die Wassertemperatur lag bei 16. Durch den Wind auf dem Boot wurde es auch tagsüber nie wirklich warm. Die letzten Etappen reichten bis tief in die Nacht, dieses Schwimmen im Dunkeln stellte für Gallitz ein weiteres Erschwernis dar. „Ich hab echt Muffe gehabt“, meint der erfahrene Schwimmer, der mit zwölf Kilometern am meisten von allen zurückgelegt hat. Man sehe nichts, das Wasser ist stockdunkel, doch sobald er losschwamm, seien alle Ängste wie weggeblasen gewesen. „Das tollste Gefühl ist es, das alles überwunden zu haben“. Um 23.04 ging Schluss-Schwimmer Marcus Schattner schließlich an Land.

Neuer Weltrekord
Das Team Flipper hat es als erste Mannschaft der Welt geschafft, den Gardasee komplett zu durchqueren. Der Weltrekord wir nun bei dem Guinness-Buch der Weltrekorde unter der Kategorie Schwimmen angemeldet. Schall beschreibt das Ereignis zurückblickend: „Die Stimmung war super im Boot und auch im Wasser. Wir haben uns die ganze Zeit gegenseitig motiviert und getragen. Alle waren toll konzentriert und sehr fokussiert auf das Ziel. Es war echt ein super Teamerlebnis“. Gallitz nahm bereits bei mehreren sogenannten Open Water Meisterschaften in Deutschland teil, doch das Bezwingen des Gardasees sei das absolute Highlight gewesen, nicht zuletzt weil es eine Mannschaftsleistung war. Besonders die Kulisse des Gebirges wird den ehemaligen Spitzenschwimmer „sein Leben lang begleiten“.

Gleiche Chancen für alle
Die Finanzierung des Projekts erfolgte zum Teil über die im Dezember vergangenen Jahres gegründete Stiftung Deutschland Schwimmt. Der Schwerpunkt dieser Stiftung liegt darauf, Kindern mit Behinderung das Schwimmen zu ermöglichen. In Deutschland sind die Möglichkeiten dafür momentan eher dürftig: Oft gibt es keine behindertengerechten Schwimmkurse, auch das Personal muss intensiv ausgebildet werden. Die Mitarbeiter der Stiftung arbeiten derzeit an einem neuen Konzept, bei welchem Teams aus Heilpädagogen und Schwimmlehrern die Kinder unterrichten. Gallitz großer Traum ist es, Idee und System in ganz Deutschland zu verbreiten. „Ich möchte, dass Hamburg schwimmt, dass Berlin schwimmt, das ist mein Ziel, deshalb habe ich die Stiftung gegründet.“

Der nächste Schritt ist, sowohl den finanziell schwächer Gestellten als auch Menschen mit Migrationshintergrund das Schwimmen lernen zu erleichtern, oft fehlt hier für Schwimmunterricht das nötige Geld. Die Stiftung will diese Menschen zukünftig mit ermäßigten Preisen für Schwimmstunden fördern. Dafür sucht sie Kooperationspartner wie Schwimmschulen, Schwimmvereine oder auch Privatleute, die bereit sind, die Stunden ermäßigt zur Verfügung zu stellen. Die Stiftung koordiniert das Ganze dann und übermittelt die Kunden anschließend an die freien Plätze. Ein großer Partner ist bereits die Lebenshilfe. Auch Gallitz‘ Schwimmschule Flipper kooperiert mit der neuen Stiftung. Besonders in Altdorf werde die Stiftung künftig sehr aktiv sein. Wegen Einrichtungen wie dem Wichernhaus und der zentralen Diakoniestation plant Gallitz dort einige Projekte.

Luca Engelhardt